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Auf der "Leipziger Notenspur" Musiktradition entdecken

Da ist Musik drin! Dieser Ausspruch trifft weltweit auf kaum eine Stadt so zu wie auf Leipzig. Denn die Messestadt weist eine einzigartige Dichte authentischer Wohn- und Wirkungsstätten berühmter Komponisten auf. Hier lebten und wirkten unter anderem Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Robert und Clara Schumann, Edvard Grieg sowie Felix Mendelssohn Bartholdy. Hier wurde Richard Wagner geboren und der älteste Musikverlag der Welt gegründet. Kurzum: Die Leipziger und ihre Besucher werden auf Schritt und Tritt von Musik verfolgt.

Dieser Tatsache trägt das Projekt „Leipziger Notenspur" Rechnung. Auf einem 5,1 Kilometer langen Rundweg verbindet sie die wichtigsten Originalschauplätze im Stadtzentrum miteinander. Bis zum Frühjahr 2011 wird sich ein schwingendes ebenerdiges Edelstahlband an der Route entlangschlängeln und so die musikalische Tradition der Messestadt hervorheben. Im Rund.Blick.Leipzig können Sie bereits jetzt auf der Notenspur auf Entdeckungsreise gehen. Wir haben eine Übersicht über die Stationen der Tor und nützliche Informationen dazu zusammengestellt. Die Stationen sind nummeriert.

1 - Neues Gewandhaus

Das am 8. Oktober 1981 eröffnete Gebäude war der einzige Konzerthallenbau der DDR. Der große Saal verfügt über 1900 Sitzplätze und eine Schuke-Orgel mit 6638 Pfeifen und 94 Registern. Das Haus ist die Spielstätte des Gewandhausorchesters, das derzeit von Riccardo Chailly geleitet wird. Seine Vorgänger waren Herbert Blomstedt und der berühmte Kurt Masur. Die Wurzeln des Klangkörpers reichen allerdings deutlich weiter als bis 1981 zurück. 1479 wurden drei Stadtpfeifer eingestellt. 1743 gründete sich ein Konzertverein, unter dessen Dach 16 Kaufleute 16 Musiker finanzierten, die unter dem Namen „Das große Concert" auftraten. Ab 1781 spielten sie als „Gewandhausorchester", das am 26. September 1840 unter die Obhut des Rates der Stadt gestellt und zum Stadtorchester erklärt wurde.

2 - Mendelssohn-Haus

Das Haus in der Goldschmidtstraße ist die letzte baulich erhalten gebliebene Privatadresse des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Familie bezog die Wohnung 1845. Sie beherbergt seit 1997 ein Museum, das die ursprüngliche Gestaltung wie zu Lebzeiten des Musikers erhielt. Leipzig war die wichtigste und künstlerisch bedeutungsvollste Station Mendelssohn Bartholdys.

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr

Besonderes: jeden Sonntag 11 Uhr Konzert im Musiksalon

3 - Edvard-Grieg-Begegnungsstätte

In den ehemaligen Räumen des C. F. Peters Verlags spielte Edvard Grieg einst seine neuesten Kompositionen vor. Er hatte am Leipziger Konservatorium studiert und stand mit dem Leiter des Verlags, Max Abraham, in enger Verbindung. Ab 1889 wurden Griegs Werke ausschließlich bei Peters publiziert. Heute beherbergen die Räume ein kleines Museum. Regelmäßig finden Konzerte und Vorträge statt.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 bis 17 Uhr; Samstag 10 bis 14 Uhr

4 - Ehemalige Musikbibliothek Peters

Max Abraham eröffnete 1894 die weltweit erste öffentliche Fachbibliothek für Musik. Hier waren unter anderem Originalhandschriften von Bach, Haydn und Brahms zu finden. Der Bestand der Musikbibliothek Peters ist inzwischen in die Stadtbibliothek übergegangen.

5 - Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig

Die Sammlung ist mit über 5000 Instrumenten die zweitgrößte Europas. Sie wurde am 30. Mai 1929 eröffnet. Der Bestand umfasst sowohl Objekte, die über die Jahre einzeln angekauft und gestiftet wurden, als auch komplette Sammlungen aus Privatbesitz, die nach und nach die Kollektion bereicherten. In der Dauerausstellung „Die Suche nach dem vollkommenen Klang" bietet einen Einblick in die Leipziger Musikgeschichte und in die Welt und Historie der Musikinstrumente. In einem Klanglabor können die Besucher verschiedene Instrumente selbst ausprobieren.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr

Besonderes: Sonntagsführung für alle jeden Sonntag 10.30 Uhr

6 - Alter Johannisfriedhof

Das Areal direkt hinter dem Grassi-Museum wird heute als museale Parkanlage genutzt. Die letzte Beerdigung fand hier am 24. Dezember 1883 statt. Auf dem Friedhof sind über 400 Grabmale aus verschiedenen Epoche zu sehen. Hier fanden unter anderem die Mutter und die Schwester Richard Wagners ihre letzte Ruhe.

7 - Schumann-Haus

In dem Haus in der Inselstraße bezogen Clara und Robert Schumann nach ihrer Heirat im September 1840 eine Wohnung. 1841 schrieb der Komponist hier in nur vier Tagen seine Sinfonie Nr. 1 B-Dur („Frühlingssinfonie"), die am 31. März desselben Jahres vom Gewandhausorchester unter Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy uraufgeführt wurde. In der Beletage des Hauses befindet sich heute eine Ausstellung, die auch einen Teil der historischen Wohnräume umfasst.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 14 bis 17 Uhr; Samstag/Sonntag 10 bis 17 Uhr

8 - Grafisches Viertel / Musikverlage

1719 gründete Bernhard Christoph Breitkopf in Leipzig mit dem Breitkopf Verlag den ältesten Musikverlag der Welt. Er wurde 1795 von Gottfried Christoph Härtel übernommen und in Breitkopf & Härtel Musikverlag umbenannt.

9 - Wagner-Denkmal

Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 im Haus „Zum Roten und Weißen Löwen" am Brühl geboren. Der große Komponist wurde in der Thomaskirche getauft, ging in Leipzig zur Schule und wendete sich der Musik zu. 1878 wurde in der Messestadt der „Ring der Nibelungen" erstmals außerhalb Bayreuths aufgeführt. Da das Geburtshaus Wagners 1886 Neubauten weichen musste, erinnert heute eine Bronzebüste an den Sohn der Stadt. Sie wurde 1983 eingeweiht.

10 - Oper Leipzig

Die Leipziger Oper gehört zu den ältesten Musiktheatern Europas. Hier wirkten Georg Philipp Telemann und Gustav Mahler als Kapellmeister. Der 1960 eröffnete neue Opernbau verfügt über 1267 Sitzplätze und steht an der Stell des im Krieg zerstörten Neuen Theaters.

11 - Alte Nikolaischule

Hier lernten zahlreiche berühmte Leipziger das Einmaleins, darunter Richard Wagner, Gottfried Wilhelm Leibniz und Christian Thomasius. Bis 1872 diente das Gebäude als Schule. Neben einem Kulturcafé ist hier heute das Antikenmuseum der Universität Leipzig untergebracht. In der Aula finden regelmäßig Vorträge und Konzerte statt.

Öffnungszeiten Museum: Dienstag bis Donnerstag, Samstag und Sonntag 12 bis 17 Uhr

12 - Nikolaikirche

Mit der Aufführung einer Kantate in der Nikolaikirche trat Johann Sebastian Bach am 30. Mai 1723 sein Amt als Thomaskantor an. In dem Gotteshaus im klassizistischen Stil gelangten seine Johannes-Passion und das Weihnachtsoratorium zur Uraufführung. Weltgeltung erlangte die Nikolaikirche durch die wöchentlichen Friedensgebete, die zum Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution in der DDR wurden.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 10 bis 18 Uhr

Besonderes: Kirchenführung am Dienstag, Donnerstag und Freitag um 17 Uhr sowie am Samstag um 11 Uhr; Turmexkursion immer samstags 14 Uhr; Orgelführung freitags 16.30 Uhr

13 - Altes Rathaus

In der Ratsstube des Renaissance-Baus unterschrieb Johann Sebastian Bach 1723 seinen Anstellungsvertrag als Thomaskantor und „director musices". Der Raum neben der Ratsstube ist daher noch heute dem großen Komponisten gewidmet, der Nebenraum der Leipziger Musiktradition. An der Nordseite des Festsaales befindet sich der so genannte Pfeiferstuhl, von dem aus die Stadtpfeifer bei festlichen Anlässen spielten. Das Alte Rathaus ist heute das Herz des Stadtgeschichtlichen Museums.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr

14 - Museum der Bildenden Künste

Hier kann man mit Max Klingers Skulptur „Beethoven" eines der bedeutendsten musikbezogenen Werke der bildenden Kunst sehen. Der Komponist weilte zwar nur einmal als junger Mann in Leipzig. Allerdings wurde ein wichtiger Teil seiner Werke beim ortansässigen Breitkopf & Härtel Verlag veröffentlicht.

Öffnungszeiten Museum: Dienstag, Donnerstag bis Sonntag und an Feiertag 10 bis 18 Uhr; Mittwoch 12 bis 20 Uhr

15 - Zum Arabischen Coffe Baum

Das 1711 eröffnete Kaffeehaus gehört zu den ältesten der Welt und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum Mittelpunkt der hiesigen Musikerszene. Robert Schumann gehörte zu den Stammgästen. Das Stadtgeschichtliche Museum hat hier eine Ausstellung zu 300 Jahren sächsischer Kaffeekulturgeschichte eingerichtet. Das ebenfalls im Haus befindliche Café-Restaurant ist weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt.

Öffnungszeiten Ausstellung: täglich 11 bis 19 Uhr

16 - Hotel de Saxe

Der Saal des ehemaligen Hotels diente als Veranstaltungsort für zahlreiche Konzertreihen. Im April 1796 wurde hier Mozart Requiem erstmals in der Messestadt aufgeführt. Heute ist lediglich das barocke Eingangsportal erhalten. Das Haus wurde 1968 abgerissen.

17 - Thomaskirche

Das Gotteshaus zählt zu den bedeutendsten spätgotischen Hallenkirchen des Freistaats und gelangte als Wirkungsstätte des Thomanerchores zu Weltruhm. Johann Sebastian Bach wirkte 27 Jahre lang als Kantor in der Thomaskirche und ist hier begraben.

Öffnungszeiten: täglich 9 bis 18 Uhr

Besonderes: freitags 18 Uhr und samstags 15 Uhr Mottete mit den Thomanern; Turmführung von April bis November Samstag 13, 14 und 16.30 Uhr sowie sonntags 14 und 15 Uhr

18 - Bach-Museum

Das Museum gehört zum Bach-Archiv Leipzig und befindet sich im Bosehaus, das nach einer umfangreichen Sanierung am 20. März wiedereröffnet wird.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr (während des Bachfestes täglich 10 bis 20 Uhr)

19 - Standort Geburtshaus Clara Wieck

Die Pianistin Clara Wieck wurde am 13. September 1819 im Haus „Hohe Lilie" geboren. Das Haus wurde im 2. Weltkrieg zerstört.

20 - Standort Altes Konservatorium

Im Hof des alten Gewandhauses wurde am 2. April 1843 auf Initiative von Felix Mendelssohn Bartholdy das „Conservatorium der Musik" eröffnet. Auf der ersten höheren Bildungsanstalt für Musiker auf dem Gebiet des heutigen Deutschland studierte unter anderem Edvard Grieg.

21 - Standort Erstes Gewandhaus

Das im 15. Jahrhundert errichtete Gebäude war Gewandhaus, Zeughaus und Kaufhalle der Tuchmacher zugleich. 1781 wurde auf der ehemaligen Bibliotheksetage der erste Leipziger Konzertsaal eröffnet. Der Bau wurde 1894 abgerissen. An seiner Stelle entstand das „Städtische Kaufhaus".

22 - Paulinum

Viele musikalische Ereignisse der Stadt waren in der Vergangenheit mit der Universitätskirche verknüpft. Studenten hatten zudem einen großen Anteil am Musikleben. Nach der Sprengung des Gotteshauses 1968 entstand in den vergangenen Jahren an selber Stelle das Paulinum, das der Universitätsmusik seinen alten Platz zurückgibt.

23 - MDR-Kubus

Der Kubus wurde speziell für Proben und Tonaufnahmen entworfen. Er ist die Heimstatt des MDR-Rundfunkchores sowie des MDR-Sinfonieorchesters.

Antje Henselin-Rudolph


 
© LVZ-Online, 20.01.2010, 15:06 Uhr
 

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