Das Leipziger Neuseenland ist eines der ehrgeizigsten Projekte zur Landschaftsgestaltung in der Region. Es umfasst fast das gesamte Gebiet des mitteldeutschen Braunkohlereviers. 20 Großtagebaue, 27 Brikettfabriken und acht Großkraftwerke umringten die Messestadt in der Vergangenheit. Inzwischen wird nur noch in den Großtagebauen Vereinigtes Schleenhain sowie Profen Braunkohle gefördert – und zwar mehr als 20 Millionen Tonnen pro Jahr.

Aus den stillgelegten Tagebaugruben entstehen seit 1990 19 Seen mit insgesamt 7000 Hektar Wasserfläche. In mehreren Bauphasen entwickelt sich zudem ein 225 Kilometer langes Gewässernetz, das die Messestadt mit den umliegenden Seen verbindet. Unser Fotograf Dirk Knofe war im Neuseenland unterwegs und hat die bekanntesten unter ihnen abgelichtet. Entstanden ist ein faszinierender Rundgang, der am heimischen Computer ein angenehmes Gefühl von Erholung aufkommen lässt.

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Das zukünftig größte Gewässer des Leipziger Neuseenlands: der Zwenkauer See

Der Zwenkauer See befindet sich derzeit noch in der Flutung. Die begann 2007, nachdem der Abbaubetrieb in der Braunkohlegrube 1999 beendet worden war. Der See wird mit seiner endgültigen Fläche von rund 914 Hektar das größte Gewässer des Leipziger Neuseenlandes sein. Neben einem Badestrand soll am Ufer der Zwenkauer Stadthafen entstehen. Er soll später etwa 150 Booten Platz bieten. Die Gestalt des Hafenbeckens ist bereits jetzt in seiner Grundform sichtbar.

Wildwasser-Rafting und Baden im Markleeberger See

Der erst 2006 freigegebene Markkleeberger See ist vor allem für eines bekannt: den im Jahr 2007 eröffneten Kanupark. Auf Europas modernster Wildwasseranlage sind regelmäßig Olympiasieger und Weltmeister zu Gast, dank derer der See bereits mehrfach im internationalen Rampenlicht stand. Beim Wildwasser-Rafting kann auch Otto-Normalverbraucher sein Können testen. Gleich drei Strände laden außerdem zum Baden und Sonne tanken ein.

Einer der jüngsten Gewässer im Leipziger Neuseenland: Schladitzer See

Der auf halbem Weg zwischen Leipzig und Delitzsch gelegene Schladitzer See gehört zu den jüngsten Gewässern im Neuseenland. Nach seiner Freigabe im Jahr 2003 entwickelte er sich schnell zu einem Eldorado für große und kleine Wasserratten. Die konnten allerdings zunächst nur die Schladitzer Bucht sowie den Wolteritzer Strand anlaufen, da die Endwasserspiegelhöhe des Sees noch nicht erreicht war. Inzwischen lernen Surfer und Segler in der Wassersportschule das Einmaleins ihres Sports.

Ein See mit vielen Besonderheiten: Störmthaler See in Großpösna

Zusammen mit dem künftig über einen Kanal mit Schleuse erreichbaren Markkleeberger See bildet der Störmthaler See rund zehn Quadratkilometer Fläche. Besonders macht ihn seine abwechslungsreiche Uferlinie: die Magdeborner Halbinsel, die Grunaer Bucht, das Steilufer zwischen Güldengossa und Störmthal. Eine weitere Besonderheit: Auf einer schwimmenden Insel lagert das Kunstprojekt „Vineta“. 

Abkühlung im klaren Wasser des Kulkwitzer Sees

Die Leipziger nennen ihn liebevoll „Kulki“. Eingebettet zwischen der Messestadt und Markranstädt erstreckt sich der Kulkwitzer See über 1,7 Quadratkilometer. Er entstand aus den Restlöchern zweier Braunkohlegruben. Zwischen 1864 und 1963 wurde hier, zunächst unter Tage, ab 1937 im Tagebau, Kohle abgebaut. Seit 1973 lädt sein klares und auch im Sommer stets ein wenig kühles Wasser zum Baden ein.